Text und Bild von T5net-Forum.de Mitglied “HOF”


Die Anleitung zum Bau eines Gebers zur Ganganzeige MAG 1 der Fa. ELV- Elektronik ist fertig. Bei der MAG 1 handelt es sich um einen SMD- Bausatz, der vom Kunden selbst zusammengelötet werden muss. Für jemanden mit etwas Löterfahrung im Elektronikbereich sollte dieser Bausatz keine Hürde darstellen. Ich selbst hatte vorher ab und zu nur ein paar Kabel zusammengelötet, und hatte keinerlei Schwierigkeiten. Vorraussetzung sind jedoch eine ruhige Hand, eine Pinzette, eine Lichtlupe und ein Lötkolben (besser noch Lötstation) mit feiner Spitze (0,5- 0,8 mm).

Etwas knapp gehalten ist die Bauanleitung, welche in einigen Punkten doch noch Fragen aufwirft. Deshalb werde ich demnächst auch dazu eine bebilderte Anleitung veröffentlichen.
Wer nicht selbst löten will oder kann, der sollte bei E**y reinschauen. Dort werden des Öfteren fertig montierte Bausätze angeboten.

Die Befestigung der Ganganzeige oben im Bild ist nur zu Testzwecken gewesen. Man sollte sie schon an einen Ort platzieren, wo Spiegelungen durch direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird.
Des Weiteren verfügt die Anzeige über eine “Abblendfunktion”. D. h., dass bei schwachem Licht die Leuchtkraft der Segmentanzeige um ca. 50% reduziert wird. Dadurch wird eine Blendung bei Dunkelheit vermieden.

 

 

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Der Geber zur Ganganzeige!

 

Vorab:
Es ging mir bei der Konstruktion nicht um perfektes Finish und edelste Materialauswahl. Es sollte eine einfache, für Jedermann leicht nachbaubare Möglichkeit geschaffen werden kostengünstig, und mit wenig Aufwand, an eine digitale Ganganzeige zu kommen.
Ich machte mich also auf in des Hausmeisters Werkstatt, durchwühlte seine Schubladen nach brauchbaren Materialien und wurde schnell fündig…

Teileliste:

1 Stück Plexiglas oder andere belastbare Kunststoffplatte ( 80 x 60 x 4 mm)
2 Messing- oder VA- Schrauben ( M4x 30 mm) mit Muttern u. 4 Unterlegscheiben
2 Messing- oder VA Röhrchen ( Aussendurchm. ca. 6mm, innen mind. 4mm, 17 mm lang)
1 Stück Stahldraht ( 150 mm lang, 1,5 mm Durchmesser.)
Achtung!!! Federstahl verwenden, am Besten nicht rostend.
2 Kabelösen (4mm) zur Befestigung der Kabel Pin 4 u. 5

Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich um einen Prototypen, der vorerst nur provisorisch an meiner Speedy befestigt wurde. Eine 350 Km lange Testfahrt über Berstrassen mit z. T. schlechten Fahrbahnverhältnissen verlief mehr als zufriedenstellend. In keiner Situation versagte die Ganganzeige. Jeder Gang wurde in Bruchteilen von Sekunden exakt angezeigt. Auch beim Durchschalten im Stand gibt es keine Probleme. Es handelt sich hierbei also nicht um eine Geschwindigkeitsabhängige Variante wie z. B. das DIGI von Datatool. D. h., keine falsche Anzeige bei gezogener Kupplung während der Fahrt, Anzeige des korrekten Ganges auch beim Schalten im Stand.
Da die Ganganzeige durch Diodenbestückung absolut kurzschlussfest ist, ist eine Isolierung der Kotakte nicht zwingend notwendig.

 


 

Zur Erklärung:
Die Ganganzeige hat insgesamt 5 Kabelanschlüsse.

Pin 1: Plus/ geschaltet ( Tipp: vom Standlicht abnehmen)
Pin 2: Minuspol, bzw. Masse
Pin 3: Neutral (Kabel des Leerlaufkontrollschalters am Motorrad)
Pin 4: aufwärts ( Impuls zum Anzeigen des nächst höheren Ganges erfolgt durch einmaligen Kontakt des Anschlusses mit Fahrzeugmasse)
Pin 5: Abwärts (Impuls zur Anzeige des nächst niedrigeren Ganges erfolgt durch einmaligen Kontakt des Anschlusses mit Fahrzeugmasse)

(Farbbelegung der Kabel Pin 4+ 5 kann individuell gestaltet werden.)

 

Das ist alles!

 

 

 

 


Ich war ein Toilettenschild!

 


 

Eine genaue Zeichnung zur Grundplatte gibt es weiter unten zum downloaden!


Achtung!
Oben aufgeführte Grundplatte passt an Speed- Triple + Daytona 97- 01.
Inwieweit sie an Daytona, Speed- Triple der neueren Baureihen, sowie Tiger u. Sprint passt, kann ich nicht sagen.

 

 

 

Grundplatte montieren. Geberfeder und Schalthebel aufstecken und Schalthebelklemmung festziehen. Der Arm der Feder müsste jetzt ungefähr mittig der Grundplatte stehen. Ggf. etwas nachbiegen.
Jetzt den Schalthebel in Leerlaufstellung auf und ab bewegen um den Hebelweg der Geberfeder zu ermitteln.
Gänge nicht einrasten lassen. Schalthebel nur bis zum Anschlag vor dem Schalten bewegen.
Wie auf der Zeichnung beschrieben, muss der Abstand zu den Kontakten ca. 3mm betragen. Zum Kennzeichnen der Bohrlöcher empfiehlt es sich die Kontaktröhrchen auf einer Seite mit etwas Tipp-Ex oder Farbe zu bestreichen und, wie oben gezeigt, im vorgeschriebenen Abstand neben die Geberfeder kurz auf die Grundplatte zu drücken. Dann die gekennzeichneten Löcher bohren
( 4mm Durchmesser ).

 



Wenn alle vorherigen Arbeiten korrekt durchgeführt wurden, müsste der Federarm beim Schaltvorgang leicht unter Spannung an den Kontakten für Pin 4+ 5 anliegen.

 

Herstellen der Kontaktfeder


Zuerst muss der Stahldraht an einem Ende um 90 Grad gebogen werden. Länge des kurzen Endes ca. 5mm. Dieses Ende wird später mit dem Schalthebel festgeklemmt.

 


Um beim Biegen der Feder etwas mehr Halt zu haben, führen wir einen Bohrer (10mm) mit dem Schaft zuerst in das Klemmauge des Schalthebels. Den Bohrer spannen wir in einen Schraubstock ein. Nun wird das kurze, abgewinkelte Ende des Stahldrahtes in den Schlitz der Klemmung eingeführt. Ggf. die Klemmschraube des Schalthebels leicht anziehen. Mit der linken Hand (Rechtshänder natürlich anders herum) wird der Schalthebel festgehalten. Jetzt den Draht, wie auf dem Foto gezeigt, im Uhrzeigersinn ca. 1,5 Umdrehungen stramm um den Bohrer wickeln.

Der Durchmesser der Biegehilfe ( hier Bohrer ) sollte nicht mehr als 10mm betragen. Nur so ist gewährleistet, dass die Feder später stramm auf der Schaltwelle sitzt.


 

Am Ende sollte man zu diesem Ergebnis kommen.

 

Zum Schluss muss die Feder, wie oben gezeigt, noch gekröpft, und auf die gewünschte Länge abgeschnitten werden.

So, ich hoffe dass es einigermaßen verständlich dargestellt wurde.

“Rotator” hat mir freundlicherweise zwei Zeichnungen für die Erstellung einer Grundplatte zukommen lassen.

An dieser Stelle nochmals

 ”VIELEN DANK”

 an Hans!!!

Einfach die PDF- Datei ausdrucken,  aufs Werkstück kleben, ausschneiden und bohren. Die Löcher für die Kontakte ermittelt Ihr besser selbst. Ich weiß nicht wie unterschiedlich groß der Hebelweg der einzelnen Motorräder ist.

Downloads:

Rotator.pdf #1

Rotator.pdf #2

 

Einen 1:1- Ausdruck erhaltet Ihr, wenn ihr in den Druckvorschau des Acr.- Readers in der Option

 ”Seitenanpassung”

“keine”

wählt.

News:

Jetzt auch Bilder einer Grundplatte für die neuen 2002-2004er  Modelle:

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Peter Averesch.

“Vielen Dank” an Peter!


 

 

Falls es noch Fragen geben sollte…

Demnächst

Zu guter Letzt:

Jeder ist für Veränderungen an seinem Motorrad selbst verantwortlich. Ich übernehme keine Haftung für eventuell entstandene Schäden.

Wichtig: Die hier veröffentlichten Bilder dürfen nicht für kommerzielle Zwecke weiterverwendet werden. Jede Art von Missbrauch wird verfolgt.

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - “Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, das man durch die Anbringen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, das man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 

Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser
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Vielen Dank an alle die mit Ihren Bildern und Beschreibungen zu diesem Bericht beigetragen haben, insbesondere an HOF für die Realisation.

Der Umzug auf den T5net- Blog erfolgte am 17.01.2009 durch GerT.

3 Kommentare zu “Ganganzeige für Triumphmodelle”

  1. starfighter1967 sagt:

    Also diese Anleitung ist allererste Sahne und absolut “Idiotensicher”, sehr schön und verständlich erklärt.

    Danke dafür!!

    Gruß

    Matthias

  2. Kosmolske71 sagt:

    Hallöchen,

    ich bin keine Elektriker. Deshalb erscheint meine Frage vielleicht blöde. Wenn Die Pins 4 und 5 beide auf einer Metallplatte verschraubt sind, hat man doch einen Kurzschluß. Wenn dann Kontakt beim Schalten gegeben wird, kriegen den dann doch beide Pins ab.

    Danke,
    Kosmolske

  3. GerT sagt:

    :-) Wenn es eine Metallplatte ist hast du recht, ABER:

    >Teileliste:
    >
    >1 Stück Plexiglas oder andere belastbare
    >Kunststoffplatte ( 80 x 60 x 4 mm)

    Wenn du dir die Teileliste nochmal genau anschaust, und bedenkst das die Kunststoffplatte nur gut lackiert ist,
    siehst du das es so zu keinem Kurzschluss kommen kann.

    Viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen.

    Gruß

    GerT

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